In aller Munde ist die "Integrierte Versorgung". Dazu gibt es viele gute Ideen einer innovativen Gemeindepsychiatrie:
- Behandlung zu Haus beim Patienten
- Krisenpension und Rückzugsräume
- ein verpflichtendes und bezahltes Fallmanagement
- trialogische Kooperation bei ambulanter Behandlung
- bezahlte Mitarbeit von Psychiatrie-Erfahrenen und Angehörigen
Möglich wird dies durch integrierte Versorgung, wenn man dabei den skandinavischen Ansatz der bedürfnisangepassten Behandlung ernst nimmt. Den Rücken dafür stärkt das Gesundheitsreformgesetz, mit dem die gesetzliche Krankenversicherung Gestaltungskraft für die Versorgungslandschaft erhielt. In der Tat auch gemeint ist damit ambulante statt stationäre Versorgung.
Die mehrheitlich aus der ambulanten gemeindepsychiatrischen Praxis stammenden Autorinnen und Autoren zeigen in diesem Buch auf, dass die gesetzlichen und organisatorischen Grundlagen der integrierten Versorgung ideale Voraussetzungen für die neuen Konzepte der Sozialpsychiatrie bieten. So können z. B. die Steuerungsprobleme der Gemeindepsychiatrie mittels eines zwingenden Fallmanagements besser als bisher gelöst werden. Engagierten Trägern kann es gelingen, integrierte Versorgung so umzusetzen, dass auch andere Träger davon profitieren.
Aber darf die ambulante Gemeindepsychiatrie überhaupt Behandlung organisieren oder soll sie sich nur eingliedern? Ist es legitim, klinische Betten in ambulante Komplexleistungen zu wandeln?
Zielgruppe dieses von Praktikern und Praktikerinnen der Gemeinde- und Sozialpsychiatrie erstellten Fachbuches sind Mitarbeiter sowie EntscheidungsträgerInnen, die neben den nach SGB XII finanzierten Leistungen neue Wege für ambulante Behandlung beschreiten möchten.
Wolfgang Faulbaum-Decke wurde 1960 geboren, er ist verheiratet und hat eine Tochter.
Nach Ausbildung zum Krankenpfleger, Studium der Sozialarbeit und Weiterbildungen unter anderem zum Betriebswirt für die Sozialwirtschaft war er von 2001 bis 2008 Geschäftsführer der Gesellschaft für ambulante psychiatrische Dienste GmbH (Gapsy) in Bremen, wo er das bundesweit erste Rückzugshaus im Rahmen eines Integrierten Versorgungsvertrags auf den Weg brachte. Diese Form der ambulanten Versorgung für Menschen mit psychischen Erkrankungen wurde im März 2007 als eins von zehn wegweisenden Projekten im Gesundheitssystem von der FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND (FTD) in ihrem Wettbewerb „Ideenpark Gesundheitswirtschaft“ geehrt.
Im Sommer 2008 wechselte Wolfgang Faulbaum-Decke als Geschäftsführer zur Brücke Schleswig-Holstein gGmbH, wo er deren Begründer Günter Ernst-Basten ablöste, der als hauptamtlicher Vorstand zum Paritätischen Landeverband Schleswig-Holstein wechselte.
Wolfgang Faulbaum-Decke ist auch Vorsitzender des Dachverbands Gemeindepsychiatrie.
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Dipl.-Soziologe, 2006 bis 2008 Geschäftsführer des Dachverbands Gemeindepsychiatrie.
Studium der Soziologie an der Universität Bielefeld (1978-1982), Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei dem BMFT-Projekt "Selbsthilfe im öffentlichen Gesundheitssystem, Rahmenbedingungen, Modelle und Strukturen" der Universität Bielefeld (1979-1983), Wissenschaftlicher Mitarbeiter im "Modellprogramm Psychiatrie", Prognos AG Basel/Köln (1984-1986), Klinischer Soziologe am Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Klinik Gilead, Bielefeld (1988-2006), Lehrbeauftragter der Fachhochschule Bielefeld (1998 - 2006) und Ev. Fachhochschule Hannover (2000 - 2008). Zur Zeit Mitarbeiter des Evangelischen Krankenhauses Bethel, Bielefeld. Mitherausgeber der Zeitschriften Soziale Psychiatrie und Psychosoziale Umschau.
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