Alle reden von Empowerment. Das Ziel, die Selbstständigkeit und Selbstbestimmungsfähigkeit des Klienten zu unterstützen, steht hinter jedem Hilfeplan. Aber was heißt das konkret? Andreas Knuf zeigt anhand von zahlreichen Beispielen aus der die Praxis, wie Empowerment in die psychiatrischen Arbeit umgesetzt werden kann - auch bei Klienten, die zunächst einmal keinen oder kaum einen Wunsch nach Selbstbestimmung zeigen.
Selbstbestimmungsfähigkeiten erwerben Menschen vor allem durch Lernerfahrungen. Profis können Psychiatrie-Erfahrenen in vielfältigen Bereichen Lernchancen eröffnen, sofern sie bereit sind zu riskieren, dass ein Versuch auch negativ verläuft, wenn z.B. dass Absetzen der Medikamente misslingt oder die angestrebte Ausbildung scheitert. Die Eigenaktivität und Motivation der Klienten zu fördern heißt unter Umständen nämlich auch, aus fachlicher oder persönlicher Sicht »falschek« Entscheidungen zu akzeptieren und mitzutragen. Diese neue Haltung, weg von der Fürsorge hin zu einem beruflichen Selbstverständnis, das den Profi eher als Anwalt der Klienten versteht, ist die Voraussetzung von Empowermentarbeit.
Die Frage, was richtig oder falsch ist und was der Gesundheit des Klienten zuträglich ist, tritt zurück hinter der Frage, was der Klient will und was ihn bei der Umsetzung seiner Vorstellungen unterstützen kann. Konsequent umgesetzt, hat Empowerment weitreichende praktische Konsequenzen hin bis zur institutionellen Partizipation von Betroffenen und zur Weiterbildung der Mitarbeiter.
Jg. 1966, hat nach seinem Psychologie-Studium zunächst für einen Kriseninterventionsdienst in München gearbeitet, später in einer psychiatrischen Tagesklinik im Allgäu. Ab 2001 war er für die Schweizer Stiftung Pro Mente Sana in Zürich tätig. 2007 hat er seine Privatpraxis für Psychotherapie in Konstanz eröffnet.
Er hat Psychotherapieausbildungen in Verhaltenstherapie und Körperpsychotherapie abgeschlossen und ist als Psychologischer Psychotherapeut approbiert.
Kontakt: kontakt@psychiatriefortbildung.de
mehr »Der Tenor des rundum wachsamen Buches ist optimistisch und mutmachend, soll das Ausbrennen von Profis, Angehörigen und Erfahrenen verhindern und mehr Freude schenken am gemeinsamen Tun.
Zur (...) Verbesserung des psychiatrischen Alltags kann ich das »Basiswissen Empowerment« nur empfehlen. Das Büchlein hat es geschafft, aus dem Schlagwortbegriff »Empowerment« (...) einen lebendigen Alltagsleitfaden zu machen.
Andreas Knufs »Empowerment in der psychiatrischen Arbeit« könnte man auch als das »kleine Buch der Hoffnung« bezeichnen - nicht nur für den erkrankten Menschen, sondern auch für den psychiatrisch Tätigen. In der Reihe Basiswissen des Psychiatrieverlages ist es als praktisches und anregendes Arbeitsbuch mit vielen Hinweisen zur Selbstreflexion der »Profis« genau richtig angesiedelt. Hier kann nicht nur Wissen aufgefrischt, sondern v.a. die eigene Haltung zum Empowerment überprüft werden. (…) Allen psychiatrisch Tätigen wird das Buch aber nicht nur zur Selbstprüfung, sondern eben auch als Hoffnungsträger dienen - immer dann, wenn ein scheinbarer Stillstand in der Arbeit eintritt. Knuf schreibt, Empowerment sei das Gegenteil des Burn Out - und leistet seinen Beitrag dazu mit dem vorliegenden Band. Ein weiterer, sehr lohnender Titel der Reihe Basiswissen.
Mit Feingefühl und Wachsamkeit hat Knuf Lebensläufe aufgespürt, die der psychiatrischen Arbeit neue Impulse verleihen… Er gibt mit seinen einprägsamen Merksätzen und den konkreten Vorschlägen zum Empowerment jedem Interessierten ein Werkzeug in die Hand, um das Leben für sich und andere zu verbessern.
Der große Wert dieses kleinen Bandes liegt darin, dass das Thema Empowerment nicht nur theoretisch erörtert wird. Durch die einfache, aber differenzierter Sprache, durch viele Beispiele, praktische Anregungen, Methodenhinweise und Reflexionsübungen werden dem Leser vielfältige Anregungen vermittelt, Empowerment zu ermöglichen. So ist ein alltagsfähiges Handbuch von großer Praxisrelevanz entstanden, wie es selten zu finden ist. Zur vollständigen Besprechung
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