»Was arbeiten Sie denn?«
»Ich hab keine Arbeit, ich krieg Herz Vier.«
»Wie, Herz Vier?«
»Arbeitslosenherz Vier - kennen’se dat nich?«
Dass die Gesellschaft ein »Herz für Arbeitslose« hat oder dass Sozialleistungen von Herzen kommen, ist eine schöne Vorstellung - die Realität sieht oft anders aus. Renate Fischer wird als rechtliche Betreuerin täglich neu mit einer »Parallelwelt« konfrontiert, in der sie sich um geistig Behinderte, alt gewordene, psychisch kranke oder andere Menschen kümmert, die allein im Alltag nicht zurechtkommen.
Sie hat es dabei mit teils sturen und teils kooperativen Behörden, aber auch genauso eigenwilligen Klientinnen und Klienten zu tun. Gerade die zuweilen unkonventionellen Problemlösungen auf allen Seiten machen den Charme dieser Geschichten aus, erzählt mit klarem Blick, Herz und Humor.
Diplom-Sozialpädagogin, arbeitet als gerichtlich bestellte Betreuerin und lebt im Rheinland.
mehr »»Fernab jeder medialen Inszenierung von Wirklichkeit bildet die Autorin damit ein wichtiges Stück gesellschaftlicher Wahrheit ab. Ein solches Werk über die soziale Realität in unserer Gesellschaft hat Seltenheitswert. Man wünscht diesem Buch daher von Herzen viele Leser.«
Wer mit dem Gedanken spielt, als gerichtlich bestellter Betreuer zu arbeiten: In diesem Buch erfährt er so ziemlich alles, worauf er sich einzustellen hat. Aber »Herz IV« bietet einfach auch guten Lesestoff: wahrhaftig, berührend, überraschend, traurig, komisch, immer menschlich
Das Buch wendet sich an einen breiten Leserkreis, nämlich an alle. Ich denke, dass dieses Buch auch für Mitarbeiter des Sozialamtes, der Rentenversicherungen und Sozialgerichte interessant sein könnte. Sie sehen so einmal, was hinter ihren Akten steht - Menschen nämlich! Kurzum: Ein super Buch, das nur zu empfehlen ist!!
Da in der öffentlichen Diskussion ein erheblicher Dissens hinsichtlich der tatsächlichen Anforderungen an Betreuer besteht und entsprechende empirische Forschung zur Betreuungspraxis kaum vorhanden ist, hat Peter Winterstein als Vorsitzender des Betreuungsgerichtstages der Bundesjustizministerin ein Exemplar des Buches von Renate Fischer zur Kenntnisnahme und weiteren Verwendung überreicht. So sollten wir auch anderen, die kaum Vorstellungen von der Betreuungspraxis haben, dieses Buch in die Hand drücken.
Trotz allen Humors, schreibt die von dem Buch begeisterte Berliner Sozialarbeiterin Ilse Eichenbrenner, lacht man niemals auf Kosten der Kundschaft, denn Renate Fischer, die Autorin, Sozialarbeiterin und Betreuerin respektiere jeden Klienten, jede Eigenheit, ohne sich kumpelhaft anzubiedern. Sie halte angemessen Abstand und sei so in der Lage zu analysieren und zu reflektieren, manchmal sogar zu philosophieren.
Hamburg (epd). Wenn Renate Fischer die Behördenpost ihrer Klienten durchsieht, weiß sie manchmal nicht, ob sie lachen oder weinen soll. »Widerspruch kann nicht eingelegt werden, denn die Angelegenheit ist verfristet«, liest sie dann beispielsweise, oder: »Ihrem Einspruch konnte abgeholfen werden.« Was das Amt sagen will, erschließt sich selbst der rechtlichen Betreuerin aus einer Kleinstadt im Rheinland mitunter erst durch Nachfragen. »Warum verwendet man solche Worte? Das ist mir unbegreiflich«, sagt die 47-Jährige, die kürzlich ein Buch über ihren Kampf mit den Behörden veröffentlicht hat ( »Herz IV. Aus dem Alltag einer rechtlichen Betreuerin«). »Das ist eine Farce, wenn man sieht, was in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen steht.«
Seltsamen Vorstellungen begegnet man, was die Aufgaben einer rechtlichen Betreuerin betrifft. Hand aufs Herz: Wie viele auch unserer Kollegen und Freunde wissen kaum, wie der Arbeitsalltag eines rechtlichen Betreuers aussieht, wer seine Klienten sind und was er für sie zu tun hat. Renate Fischer, Berufsbetreuerin in einer rheinischen Großstadt, hat jetzt in humorvoller, engagierter und fachkundiger Weise die Probleme ihrer Klienten und die Gespräche mit ihnen in 70 von meist zwei bis drei Seiten dargestellt.
Couragiert, lebenspraktisch und mitfühlend stößt sie (die Autorin Renate Fischer) auch auf unmögliche Amtspersonen und Angehörige und hilft schon mal über ihre Zuständigkeit hinaus, weist aber auf notwendige Grenzen hin, wenn es um unrealistische Ansprüche und Sehnsucht nach Zuwendung geht. Es gilt, Misstrauen und Ängste abzubauen, denn nicht alle Betreuer (früher »Vormund«) können genügend Zeit, positiven Einsatz und Humor aufbringen. Auch das ist deutsche Wirklichkeit - oft tragikomisch -, über die man erschrickt, zornig ist oder auch nur ungläubig lächeln kann.
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