Fachwissen

240 Seiten

ISBN:
978-3-88414-442-8
Auflage:
2. Auflage 2013
Preis:
  • D: 24,90 €
  • A: 25,70 €

Achtung! Leider fehlt in der aktuellen Auflage die Beilage »Maastricher Fragebogen«. Sie können diese auf dieser Seite unter Zusatzmaterial kostenlos herunterladen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit die Beilage in Printform direkt beim Verlag zu bestellen unter: verlag(at)psychiatrie.de oder Tel: 0221/ 167 989 0


Stimmenhören verstehen

Der Leitfaden zur Arbeit mit Stimmenhörern

Das Phänomen Stimmenhören wurde jahrzehntelang zu den schwerwiegenden Geisteskrankheiten gezählt. Die Betroffenen behandelte man dabei ausschließlich mit Medikamenten. Diese psychiatrische Praxis wurde erst in den 90er Jahren durch Marius Romme und Sandra Escher in Frage gestellt.

Sie fanden in ihren Studien heraus, dass die Stimmen wertvolle Aufschlüsse über ungelöste Lebensprobleme wie z.B. unbewältigte Verluste oder Traumata liefern. Ihr Ansatz ist es daher zu versuchen, die subjektive Bedeutung der Stimmen zu verstehen und den Stimmen-Hörenden bei der Bewältigung seiner Probleme zu unterstützen.

Ziel von »Stimmenhören verstehen« ist es daher, Profis und Stimmenhörern zu einem besseren Umgang mit dem Thema Stimmenhören zu verhelfen. Der Autor und die Autorin beschreiben in theoretischer und ganz praktischer Weise neue Ansätze für Menschen, die wirklich Probleme mit dem Stimmenhören haben und sich in Bezug auf ihre Stimmen machtlos fühlen oder die Schwierigkeiten haben, ihr eigenes Verhalten zu kontrollieren.

Teil I stellt den aktuellen Forschungsstand dar, sowie die Auswirkungen, die diese Forschung auf Diagnosen hat, und zudem verschiedene Modelle, wie die Stimmen der Hörenden mit deren Lebensgeschichte zusammenhängen.

Teil II zeigt, wie diese Beziehung mithilfe eines auf einem Fragebogen basierenden Interviews analysiert werden kann. Dies ist nicht nur hilfreich für die Kommunikation, sondern auch für die Therapie bzw. Beratung.

Abschließend behandelt der dritte Teil angemessene Interventionen für die drei Phasen des »Erschreckens«,

»Organisierens« und »Stabilisierens«, die Romme und Escher unterscheiden. Sie beschäftigen sich außerdem mit den Erklärungen, die Stimmenhörer für ihre Erfahrungen haben. Dabei werden die Selbsthilfe und alternativen Therapien mit eingeschlossen.

Die Autoren sind überzeugt: Ein Umgang mit den Stimmen ist erlernbar, wenn die Stimmenhörer mit ihren eigenen Lösungsansätzen ernst genommen werden und durch den Berater Unterstützung erfahren. Dazu muss der Mensch eine Beziehung zu seinen Stimmen aufbauen und sie als einen Teil seines täglichen Lebens anerkennen.

Seit August 2007 ist es in Deutschland möglich, an einer dreistufigen Grundausbildung zum erfahrungsfokussierten Berater für den Umgang mit Stimmenhörern teilzunehmen. Nähere Informationen findet man auf den Internetseiten des efc Instituts (http://www.efc-workshops.de/) oder des Netzwerks Stimmenhörer e.V. (http://www.stimmenhoeren.de/index.htm). Bereits die erste Stufe vermittelt alle notwendigen Grundlagen, um konstruktiv mit den Erfahrungen des Stimmenhörens umzugehen.

Die Homepage von Intervoice (http://www.intervoice.de/), dem internationalen Stimmenhörer-Netzwerk enthält (fast) alle Informationen zum Stimmenhören und zum kritischen Psychoseverständnis.

Zusatzmaterial

Autoren

MariusRomme
Marius Romme

Prof. Dr. Marius Romme ist seit über 25 Jahren in der Forschung über das Stimmenhören tätig und hat zahlreiche Publikationen zum Thema veröffentlicht.

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SandraEscher
Sandra Escher

Dr. Sandra Escher ist wissenschaftliche Journalistin. Ihre Publikationen zum Stimmenhören gelten international als richtungsweisend.

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Stichwörter

Stimmenhören, Psychose, Schizophrenie


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