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Spitalsgeschichten - Psychiatriegeschichte
"Psychiatrische Miniaturen" von Prof. Dr. med. Christian Müller erzählt nachdenklich stimmende, aber auch heitere Geschichten aus dem psychiatrischen Alltag des 20. Jahrhunderts. Sie machen uns bewusst, was inzwischen anders geworden oder vielleicht auch immer noch gleich geblieben ist.
Der Autor Christian Müller, der als Kind einer Psychiaterfamilie auf dem Gelände einer psychiatrischen Anstalt aufwuchs, erinnert sich an seine Zeit als Assistenzarzt und schließlich Chefarzt einer psychiatrischen Klinik.
Die Momentaufnahmen lassen die Veränderungen in der Psychiatrie anschaulich werden:
- die Entwicklung der Behandlungsmethoden
- die Öffnung der Klinik nach außen
- erste Bemühungen um Integration der Patienten ins gesellschaftliche Leben.
Christian Müller erzählt von typischen und skurrilen Situationen, von Konflikten mit seiner Rolle als Arzt und Chefarzt und auch von Gewissensfragen. So entsteht ein bewegtes Bild vom Leben im psychiatrischen Spital.
Ein Buch für alle, die in der Psychiatrie arbeiten, an der Geschichte der Psychiatrie Interessierte und Studierende. Auch ein ideales Geschenkbuch.
Resonanz:
"Mehr als in den wissenschaftlichen, vor allem den historischen Schriften des Autors wird hier das Leiden des Arztes spürbar, Leiden an der häufigen Unmöglichkeit, einen Zugang zu finden. Aber es ist nicht das, was für ihn am schwersten zu ertragen ist. Das ist die Verständnislosigkeit der "Gesunden" für die Patienten, der er so oft gegenübersteht, Verständnislosigkeit aber auch für die Arbeit des Psychiaters. [...]
Die bunte Vielfalt der in dem kleinen Buch ausgebreiteten Episoden ist durch eine hintergründige Ordnung gegliedert, die ganz unabsichtlich wirkt: am Anfang stehen die beklemmenden Schreie von Patienten, ungefähr in der Mitte des Buches hören wir in einer fast poetischen Schilderung der Arbeit des Klavierstimmers in der Klinik zu. Und schließlich empfindet "der Alternde" zunehmende Stille. [...] So nimmt auch der Leser Abschied von der reichhaltigen, bunten Welt dieser Schrift, die ihn bereichert und in die Stille des Nachdenkens entlässt." Kaspar Weber
"... So haben mir seine Bücher gefallen, mich beeindruckt, auch dadurch, dass da jemand, trotz jahrzentelangeer Erfahrung nicht in Besserwisserweise auftritt, sondern bei allem, was er für richtig hält, Zweifel benennt, ob das wirklich so ist. Er beweist, dass große Geister sich es leisten können, unvollkommen zu sein.
Genau darum geht es auch bei seinen Erinnerungen in diesem Buch. Er gibt Zweifel an darüber, wie man Tag für Tag mit dem Elend umgehen könne, gesteht, dass ihm manchmal sein Spital unerträglich erschienen sei: zu viel Verantwortung, zu viel getäuschte Hoffnung, zu wenig Mttel, um zu heilen, zu viele Konflikte. Er räumt ein, dass er manchmal Lust hatte alles im Stich zu lassen, ... aber das wäre eine Desertation gewesen." (komplette Rezension unter "Mehr zum Titel": KruseRezension_Mueller.pdf) Gunther Kruse, Juli 2010
"... Besonders aber in seinen außerordentlich eindrucksvollen kurzen und längeren Fallberichten, in denen die Symptomatik und das Schicksal einzelner Patienten kurz und prägnant, meisterhaft und eloquent beschrieben werden. Diese zahlreichen, eindrucksvoll ziselierten Fallvignetten lassen sich in einer Rezension dieses Buches nicht noch weiter verkürzen: man muss sie gelesen haben." Gerhardt Nissen, Mai 2010
Schlagwörter: Psychiatriegeschichte, Erzählungen, Psychiatrie, psychiatrische Einrichtungen
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