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Norbert Schalast, Axel Dessecker und Michael von der Haar schreiben zum Thema "Unterbringung in der Entziehungsanstalt: Entwicklungstendenzen und gesetzlicher Regelungsbedarf", William L. Marshall über "Grenzen der Phallometrie" und Friedemann Pfäfflin über "Das Committee for the Prevention of Torture and Inhuman or Degrading Treatment or Punishment des Europarats."
Originalbeiträge
- Norbert Schalast, Axel Dessecker und Michael von der Haar: Unterbringung in der Entziehungsanstalt: Entwicklungstendenzen und gesetzlicher Regelungsbedarf
- William L. Marshall: Grenzen der Phallometrie
- Friedemann Pfäfflin: Das Committee for the Prevention of Torture and Inhuman or Degrading Treatment or Punishment des Europarats
Rechtsprechungsübersicht
- BSG/ Urteil v. 13.5.2004 - B 3 KR 18/03 R:
Voraussetzungen der Krankenhausbehandlungsbedürftigkeit bei Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus durch den Betreuer. Anmerkung Rolf Marschner
- BGH/Urteil v. 4.11.2004 - III ZR 361/03: Schmerzensgeld wegen menschenunwürdiger Haftunterbringung. Anmerkung Wolfgang Lesting
- LG Stendal/Beschluss v. 10.07.2003 - 504 StVK 39/03: Therapeutische Nachtstromsperre. Anmerkung Bernd Wagner
Buchbesprechungen
- Hassemer W.; Reemtsma, J.-P. (2002): Verbrechensopfer. Gesetz und Gerechtigkeit und
Egg R.; Minthe, E. (Hrsg) (2003) Opfer von Straftaten - Kriminologische, rechtliche und praktische Aspekte. (Bernd Volckart)
- Görgen, T. (2003): Rückfallgefährdung und Gewaltrisiko bei exhibitionistischen Tätern - Forschungsstand und Forschungsbedarf. (Alexander Vollbach)
- Elz, J.; Jehle, J.-M.; Kröber, H.-L. (Hrsg) (2004): Exhibitionisten. (Norbert Konrad)
- Lempp, R.; Schütze, G.; Köhnken, G. (Hrsg) (2003): Forensische Psychiatrie und Psychologie des Kindes- und Jugendalters. (Helmut Pollähne)
- Haupt, H. et al. (2003): Handbuch Opferschutz und Opferhilfe. (Helmut Pollähne)
Norbert Schalast, Axel Dessecker und Michael von der Haar: Unterbringung in der Entziehungsanstalt: Entwicklungstendenzen und gesetzlicher Regelungsbedarf Unter dem Einfluss einer kritischen Diskussion um den Maßregelvollzug, aber möglicherweise auch infolge einer Modifikation rechtlicher Rahmenbedingungen, hat sich die Praxis des Maßregelvollzugs gemäß § 64 StGB in den letzten 15 Jahren deutlich verändert. Die Gesamtzahl der Untergebrachten hat stetig zugenommen. Etwas größer geworden ist der Anteil von Patienten mit einer Gewalttat als Anlassdelikt. Immer mehr Unterbringungen laufen auf die Feststellung von "Aussichtslosigkeit" und die Verlegung in den Strafvollzug hinaus. Letzteres wie auch ein beeindruckender Rückgang der Häufigkeit problematischer Vorkommnisse ist Ausdruck einer einseitigen Sicherheitsorientierung bei der Ausgestaltung der Maßregel. Es wird vorgeschlagen, Anträge auf Beendigungen auf einen harten Kern schwieriger Patienten zu begrenzen und das Vorgehen allgemein wieder pragmatischer und flexibler daran zu orientieren, wie Risiken in der Gesamtbilanz gesenkt werden können. Der Beitrag setzt sich mit vorliegenden gesetzlichen Regelungsvorschlägen auseinander und empfiehlt unter anderem, entsprechend einem Gesetzentwurf der Länder Bayern und Sachsen-Anhalt die Unterbringung gemäß § 64 StGB als Soll-Regelung auszugestalten. Schlüsselwörter: Entziehungsanstalt, § 64 StGB, Feststellung von Aussichtslosigkeit, Soll-Regelung In-patient treatment of addicted offenders in Germany: changes in practice and the need for law reform In Germany, the court can order addicted offenders to undergo compulsory substance abuse treatment in a forensic psychiatric hospital (§ 64 of the penal code). This disposal has existed for more than 50 years, but due to modifications of the legal framework and a strong focus on security the practice of organising treatment has changed substantially since the beginning of the 1990s. The proportion of patients considered untreatable has risen from 10 % to more than 50 %. Most of these patients are transferred to prison. The authors recommend a more flexible and pragmatic approach to patients with problematic behaviour. They also discuss concepts of adapting the legal regulations, amongst others those presented by the Federal Ministry of Justice. They favour less rigid presuppositions for the application of § 64, allowing to adjust the sanction to the specific conditions of the offender with regard to treatment prognosis, motivation, and alternative options to therapy. Key words: Treatment orders, forensic psychiatry, prison transfer, addiction, penal code, treatability
William L. Marshall: Grenzen der Phallometrie Insbesondere in Nordamerika werden phallometrische Untersuchungen sexueller Erregung in vielen Kontexten bei der Untersuchung von Sexualstraftätern routinemäßig angewandt. Daneben werden sie in der Forschung eingesetzt. Die psychometrischen Grundlagen dieser Untersuchungen sind allerdings problematisch. Veröffentlichungen zur Phallometrie sind kaum vergleichbar, weil an verschiedenen Orten jeweils ganz unterschiedliche Methoden angewandt werden. Reliabilität und Kriteriumsvalidität der Phallometrie lassen viel zu wünschen übrig, auch wenn die Forschungsergebnisse darauf hindeuten, dass mit der Phallometrie in sehr begrenztem Umfang spätere Rückfälligkeit vorhergesagt werden kann. Gestützt auf die Auswertung der Publikationen zur Phallometrie kann der Autor die routinemäßige Anwendung dieser Methode in der Untersuchung von Sexualstraftätern nicht empfehlen. Schlüsselwörter: Phallometrie, Penisplethysmographie, Sexualstraftaten, Rückfallprognose Clinical and research limitations in the use of phallometric testing with sexual offenders In many settings, particularly in North America, phallometric evaluations of sexual arousal are routinely conducted with sexual offenders and these evaluation procedures also serve as research instruments. There are, however, problems with the psychometric bases of these assessments, and studies reporting their use have so many idiosyncratic features that comparisons are of dubious value. Evidence concerning the reliability and criterion validity of phallometric testing leaves a lot to be desired, although the research has suggested a limited value in predicting subsequent recidivism. On the bases of these observations the routine use of phallometric assessments as part of the evaluation of sexual offenders is not recommended. Key words: Phallometrie, penisplethysmography, sexual delinquency, relapse prevention
Friedemann Pfäfflin: Das Committee for the Prevention of Torture and Inhuman or Degrading Treatment or Punishment des Europarats In dem Beitrag wird das Committee for the Prevention of Torture and Inhuman or Degrading Treatment or Punishment des Europarats vorgestellt und kritisch gewürdigt. Zunächst werden seine Vorläufer und Grundlagen genannt, danach seine Ziele und Arbeitsweise dargestellt. Seine Aufgaben und Funktionen werden von denjenigen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte abgegrenzt. An ausgewählten Beispielen wird dargestellt, was das CPT zu leisten vermag und wo es gelegentlich an seine Grenzen kommt. Schlüsselwörter: Folter, Misshandlung, Freiheitsentzug, forensische Psychiatrie, CPT The Committee for the Prevention of Torture and Inhuman or Degrading Treatment or Punishment of the Council of Europe The history, mission, and the working method of the Committee for the Prevention of Torture and Inhuman or Degrading Treatment or Punishment (CPT) are described and differentiated in contrast to those of the European Court of Human Rights. Examples from a number of country reports are given to illustrate what the CPT can achieve and where it may have its limits. Key words: Torture, ill-treatment, detention, forensic psychiatry, CPT
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