Forschung für die Praxis - Hochschulschriften

500 Seiten

ISBN:
978-3-88414-672-9
Auflage:
1. Auflage 2016
Preis:
  • D: 39,95 €
  • A: 41,20 €

 

Die Rhein-Neckar Zeitung im Gespräch mit Christian Pross.
Hier gehts zum Interview »


»Wir wollten ins Verderben rennen«

Die Geschichte des Sozialistischen Patientenkollektivs Heidelberg

Zumeist regt sich das öffentliche Interesse am SPK als angebliche terroristische Kaderschmiede nur anlässlich der Jahrestage von Anschlägen der RAF. Anders als die sensationslustigen Gräuelgeschichten von den »Irren am Gewehr« möchte dieses Buch dazu beitragen, sich ernsthaft mit dem SPK auseinanderzusetzen als einem komplexen, dramatischen und erinnerungswürdigen Stück Zeit- und Psychiatriegeschichte und Geschichte der 68er-Bewegung.

»Nachdem früher schon so viel über das SPK geschrieben worden ist, dass man meinen könnte, die Akten seien geschlossen, kommt nun Christian Pross mit diesem Werk, das ein Lehrstück dafür sein könnte, dass wir der historischen Wahrheit am nächsten kommen, wenn wir auf einen hinreichend großen zeitlichen Abstand zum Gegenstand - also hier der Psychiatriereform - achten. Zum anderen, wenn wir von einer hinreichend extremen, verrückten Perspektive aus schreiben, da es hier ja um die Vollständigkeit der Wahrnehmung geht.

Die SPK-Nacherzählung von Christian Pross ist auch deshalb so glaubwürdig, weil sie nicht nur vom negativen wie positiven Potential der wohl schwierigsten Phase der Psychiatriereform ausgeht, sondern auch einen Ausblick auf die künftigen Reformphasen erlaubt.«

Klaus Dörner

Zusatzmaterial

Blick ins Buch

Autoren

ChristianPross
Christian Pross

Prof. Dr. med. Christian Pross ist ehemaliger Leiter des Behandlungszentrums für Folteropfer Berlin. Arbeits- und Interessenschwerpunkte: Medizin im Nationalsozialismus, Psychotraumatologie, berufliche Belastung von Helfern in Traumazentren, Medizin und Menschenrechte. Webseite: www.christian-pross.de

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Rezension

Selten habe ich ein so gutes und spannend geschriebenes, ausgezeichnet recherchiertes ideen- und sozialgeschichtliches Buch gelesen wie dieses. Hinzu kommt die vorsichtige, differenzierte und zugleich ausgesprochen kluge Analyse des Autors über ein bislang vernachlässigtes Phänomen der politischen Psychiatrie. Das Narrativ ist so gut und spannend aufgebaut, dass dieses Buch selbst denen empfohlen werden kann, die vom SPK noch gar nicht wussten. Kurz: Seit langem einmal wieder ein vorbildliches Grundlagenwerk deutschsprachiger Wissenschaft. Danke dem Autoren für dieses Werk!

zinnober, amazon.de, 5 von 5 Sternen, 02.04.2017

Erstmals wurde die Geschichte des SPK nicht von seinen Gegnern oder bedingungslosen Anhängern in breiter Form aufgearbeitet. Sämtliche verfügbaren Archivquellen wurden kritisch bearbeitet, sodass sich schlussendlich ein kohärentes Bild der Geschehnisse in Heidelberg ergibt. Zur vollständigen Rezension

ZfG - Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Bd. 65, 2017, Nr. 4, S. 405-406, Autor Prof. Dr. phil. Florian Mildenberger

Das Buch ist für jeden lesenswert, der sich für die Psychologie des Menschen interessiert. Die sensible und exakte Vorgehensweise des Autors eröffnet einen ausgewogenen Einblick in diese dramatische Heidelberger Zeit. Weit über die Psychiatrie hinaus, gelingt es dem Autorenteam zu zeigen, wie nahe beieinander konstruktive und destruktive Entwicklungen liegen. Ein Mahnmal, das gerade in der heutigen Zeit wichtige Denkanstöße für das Miteinander, für das gemeinsame Leben liefert.

Verena Liebers, Eppendorfer 3/2017

Diese authentische Rekonstruktion der von Gruppendynamik und Ausrichtung auf eine Persönlichkeit getriebenen Radikalisierung in gegenseitiger Bestätigung, mit dem Ergebnis, dass es nur noch »Freund« oder »Feind« gab und der bewaffnete Kampf gegen die scheinbar übermächtigen »Feinde«, die scheinbar logische Konsequenz war, stellt einen auch emotional bewegenden Teil des Buchs dar. Christian Pross ist zu danken für diese großartige Arbeit mit der Ausleuchtung dieses kleinen, aber doch so bemerkenswerten Stücks der Psychiatriegeschichte.

Tilman Steinert, Psychiatrische Praxis 1/17, S. 53

Heidelberg. Fast ein halbes Jahrhundert nach der Episode um das Sozialistische Patientenkollektiv (SPK) in Heidelberg füllte sich Anfang November 2016 der legendäre Hörsaal 13 der Neuen Universität bis auf den letzten Platz. Eingeladen hatte der renommierte Psychiatrie-Verlag zur Vorstellung einer umfassenden Untersuchung des Medizinhistorikers Christian Pross über das SPK 1970/71. Zur vollständigen Rezension (mit Video)

RNZ, 12.01.2017

Christian Pross ist ein großartiges Buch gelungen! Eine wirklich umfassende Untersuchung, die sich vor allem durch Authentizität auszeichnet. Die vielen Originalaussagen der unterschiedlichen Zeitzeugen, Patienten, Beteiligten geben einen sehr umfassenden Einblick in die Verhältnisse der damaligen Zeit. Die abgewogenen Kommentierungen und Einschätzungen lassen genügend Raum, um sich selbst ein Urteil zu bilden.

Insgesamt aber ist es dennoch erschreckend zu sehen, wie unfähig eigentlich alle Beteiligten waren, diesen Konflikt zu lösen.

Christian Wolff, ehemaliger Pfarrer der Thomaskirche Leipzig, 1973/74 Vorsitzender des Allgemeinen Studentenausschusses (AStA) an der Universität Heidelberg

Ich kann Ihnen nur zu der Aufrichtigkeit gratulieren, mit der Sie die Zusammenstellung der Autoren und die Auswahl ihrer Beiträge vorgenommen haben. Sie haben sich selbst als Paulus vorgestellt und dem Saulus der Vergangenheit in gewissem Umfang abgesagt. Nachdem Sie Wolfgang Huber zunächst Beistand geleistet haben, fand ich es bewundernswert, dass Sie die beträchtliche Zahl von kritischen Quellen nicht nur hinreichend zu Wort kommen ließen, sondern auch in einen Zusammenhang gefasst haben, der dem Leser einen offenen Verständnishorizont bewahrt.

Die Panel-Diskussion verlief trotz oder dank beachtlicher Gegensätze der Teilnehmer ausgesprochen lebendig und nicht ohne interessante und aufschlussreiche Beteiligung aus dem Publikum. Dabei kamen die beiden kontroversen Positionen sehr deutlich zu Wort. Die Diskussionsleiterin hat zudem ihre keineswegs leichte Aufgabe klar und mit einer fühlbar positiven Grundhaltung gelöst.

Natürlich enthielt sowohl das Buch als auch die Diskussion am letzten Freitag eine Reihe interessanter Hinweise auf die Motive einzelner Mitwirkender und auf das Verständnis des ganzen Phänomens. Sie haben den schmalen Grat zwischen Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit und vertraulicher Kenntnis von höchstungewöhnlichen Absichten und Handlungen offenbar mutig und zugleich ziemlich einwandfrei realisiert. Ein echter Erfolg freier Berichterstattung ist die Beteiligung vieler Zeitzeugen an der ziemlich umfassenden Darstellung der inneren und äußeren Welt des SPK.

Prof. Dr. Dr. Heinz Häfner, Gründer des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim, in einem Brief an Prof. Dr. med. Christian Pross als Rückmeldung zur Buchvorstellung mit anschließender Panel-Diskussion in Heidelberg am 04.11.2016

Besonders beeindruckt war ich von den beiden ehemaligen Patientinnen, die eindrucksvoll schildern konnten, wie sie in der Anfangszeit vor allem von den Gruppensitzungen profitierten, wie ihnen das Setting Halt und Orientierung gab.

Das psychiatrische Establishment hat sich für sie nicht interessiert und die SPK- Spitze, vor allem Huber, haben sie anschließend ignoriert und verraten. Das kam an dem Abend bei der guten Moderation deutlich zum Vorschein.

Und es war gut , dass auch deutlich wurde - die wahren Untaten der Psychiatrie der NS-Zeit haben weitaus größeren und nachhaltigeren Schaden angerichtet - und sind nie so vehement angeklagt oder bekämpft worden. Schuldbekenntnisse gab es erst, als wirklich alle tot waren.

Dr. Niels Pörksen, Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie und der Aktion Psychisch Kranke, als Rückmeldung zur Buchvorstellung mit anschließender Panel-Diskussion in Heidelberg am 04.11.2016

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Stichwörter

Psychiatriereform, Psychiatriegeschichte, Patientenrecht


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