10.09.2016

Welttag Suizidprävention

Der 10. September ist seit 2003 der Welttag der Suizidprävention. Ungefähr 10.000 Menschen sterben jährlich durch Suizid. 70% davon sind männlich, das Suizidrisiko steigt mit dem Lebensalter. Aber auch andere Faktoren, wie psychische Erkrankungen, erhöhen das Suizidrisiko. Wir liefern zum Welttag Informationen zu einem stark tabuisierten Thema.

Wussten Sie, dass jedes Jahr mehr Menschen durch Suizid sterben als durch Verkehrsunfälle, AIDS, illegale Drogen und Gewalttaten zusammen?

Suizid und Suizidalität ist ein stark tabuisiertes Thema in unserer Gesellschaft. Dennoch gilt Suizidprävention ist möglich und wichtig! Gerade in Settings und Situationen in denen das Suizidrisiko erhöht ist, wie zum Beispiel in psychiatrischen Einrichtungen und Altersheimen.

Für Pflegende stellen wir deshalb zum Welttag der Suizidprävention Auszüge aus zwei Büchern kostenlos zur Verfügung. Gerade bei erhöhter Suizidgefahr ist die Beziehung und Kommunikation wichtig, hier sind Informationen zur Unterstützung:

PDF-Auszug aus »Professionelle Pflege bei Suizidalität« von Bernd Kozel »
Die Downloadmaterialien finden Sie auf der Seite des Buches »

PDF-Auszug aus »Umgang mit suizidgefährdeten Menschen« von Michael Eink und Horst Haltenhof »
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Buches »


Zwei Mythen zum Thema Suizid:

1. »Wer sich wirklich umbringen will, redet vorher nicht darüber«, sprich: wenn Menschen über den eigenen Selbstmord sprechen oder ihn sogar ankündigen, braucht man das nicht zu ernst nehmen.
FALSCH! In Wahrheit werden die meisten Suizide und Suizidversuche im Vorfeld angekündigt. Man sollte eine solche Ankündigung als immer ernst nehmen.

2. Ein verbreiteter Mythos unter Pflegenden: »Man sollte keine schlafenden Hunde wecken«, sprich: im Zweifelsfall sollte man das Thema besser nicht ansprechen, um die betroffene Person nicht »auf dumme Gedanken« zu bringen.
FALSCH! In Wahrheit reagieren Menschen, die man nach Suizidgedanken fragt, entweder abwehrend (übrigens selten wütend) oder bestätigend. Im zweiten Fall sind die Betroffenen oft erleichtert darüber, endlich über diese quälenden Gedanken sprechen zu können.

 

Der Werther-Effekt:

Der sogenannte »Werther-Effekt«, also eine erhöhte Suizidrate nach Berichterstattungen über Suizide, ist übrigens kein Mythos. Ihn gibt es wirklich, weshalb gerade Medien in der Pflicht stehen mit diesem Thema sorgfältig umzugehen. Tipps zur Berichterstattung gibt zum Beispiel das Kriseninterventionszentrum Wien heraus:
Leitfaden zur Berichterstattung über Suizid »

Der Begriff »Werther-Effekt« leitet sich aus Goethes »Die Leiden des jungen Werther« ab, nach dessen Erscheinen es 1774 eine Reihe an Suiziden gegeben hat. Im Briefroman Gothes nimmt sich der Protagonist am Ende aus Liebeskummer das Leben.

 

Niemand wird alleingelassen!

Es gibt zahlreiche Hilfsangebote, am direktesten hilft die Telefonseelsorge:

Telefonseelsorge Deutschland: 0 800-1110-111 (ev.) oder -222 (kath.);
www.telefonseelsorge.de

Telefonseelsorge Österreich:
www.telefonseelsorge.at, Nummer 142 (ohne Vorwahl aus ganz Österreich erreichbar)

Telefonseelsorge Schweiz:
www.tel-143.ch,
Nummer 143 (ohne Vorwahl aus der gesamten Schweiz erreichbar)

 

Weitere Informationen und Hilfsangebote finden Sie unter:

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS):
www.suizidprophylaxe.de

Angehörigengruppe um Suizid (AGUS):
www.agus-selbsthilfe.de

Nationales Suizidpräventionsprogramm für Deutschland:
www.suizidpraevention-deutschland.de

Initiative zur Prävention von Suizid in der Schweiz (Ipsilon):
www.ipsilon.ch

Österreichische Gesellschaft für Suizidprävention (ÖSP):
www.suizidpraevention.at

 

Quellen:
Eink, Haltenhof: Umgang mit suizidgefährdeten Menschen. Psychiatrie Verlag, Köln, 2016.
Kozel: Professionelle Pflege bei Suizidalität. Psychiatrie Verlag, Köln, 2015.
http://www.suizidpraevention-deutschland.de/informationen/kurzinfo-suizid.html;
10.09.2016, 11:50 Uhr

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