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Michael Lindemann, Bielefeld (verantwortlich); Martin Zinkler, Heidenheim (verantwortlich); Uwe Dönisch-Seidel, Kleve; Heinfried Duncker, Moringen; Tanja Henking, Stuhr/Würzburg; Heinz Kammeier, Münster; Norbert Konrad, Berlin; Wolfgang Lesting, Oldenburg; Rolf Marschner, München; Friedemann Pfäfflin, Ulm; Martin Rettenberger, Wiesbaden; Dorothea Rzepka, Bielefeld/Darmstadt; Norbert Schalast, Essen; Anja Schiemann, Euskirchen; Herbert Steinböck, Haar

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Impact-Faktor 2017: 0,481

2017: Ausgabe 4/2017

Heft 4 beginnt mit einem Aufsatz von Schmidt-Recla über das Konzept eines »freien« Willens nach der UN-Behindertenrechtskonvention. Der Verfasser erläutert, dass die UN-Behintertenrechtskonvention ebenso wie das deutsche Recht nicht Stellung im In-/Determinismusstreit bezieht, sondern als Rechtstext davon ausgeht, dass Menschen mit Behinderung ebenso wie Menschen ohne Behinderung einen freien Willen haben können.

Der zweite Aufsatz von Zinkler und De Sabbata beschäftigt sich mit der unterstützten Entscheidungsfindung und Zwangsbehandlung bei schweren psychischen Störungen. Anhand eines klinischen Fallbeispiels mit Zwangsbehandlung soll gezeigt werden, was es konkret bedeuten kann, das Prinzip der unterstützenden Entscheidungsfindung konsequent umzusetzen.

Marschner geht in seinem Beitrag den sozialrechtlichen Möglichkeiten zur Vermeidung von Zwang im Rahmen einer Unterbringung in akuten Krisen oder im Heim nach. Er weist auf die Rechtspflicht hin, zwecks Vermeidung von Grundrechtseingriffen Alternativen zu Unterbringung und Zwangsbehandlung nicht nur gesetzlich zu regeln, sondern tatsächlich in jedem Einzelfall zur Verfügung zu stellen.

Im letzten Aufsatz stellen Krammer, Znoy, Peterhans und Liebrenz eine Pilotstudie zur Wirksamkeit der Gruppentherapieprogramme »Helping Women to Recover« und »Beyond Trauma« vor. Die beiden Programme wurden spezifisch für inhaftierte Frauen entwickelt, die von einer Störung durch psychotrope Substanzen und von einer posttraumatischen Belastungsstörung betroffen sind. Erstmals wurde im Rahmen dieser Studie die Wirksamkeit dieser Programme im deutschen Sprachraum überprüft.

Das Inhaltsverzeichnis, das Editorial, Buchbesprechungen und zahlreiche Dokumente aus der Rechtsprechung finden Sie kostenlos zum Download.

Pilotstudie zur Wirksamkeit der Gruppentherapieprogramme »Helping Women to Recover« und »Beyond Trauma« für inhaftierte Frauen

Sandy Krammer, Hansjörg Znoj, Livia Peterhans, Michael Liebrenz

Zusammenfassung

Hintergrund: Die beiden Gruppentherapieprogramme »Helping Women to Recover« und »Beyond Trauma« wurden spezifisch für inhaftierte Frauen entwickelt, die von einer Störung durch psychotrope Substanzen und von einer posttraumatischen Belastungsstörung betroffen sind. Dabei handelt es sich um Störungsbilder, die häufig komorbid auftreten und mit Delinquenz assoziiert sein können. Hier wird erstmals die Wirksamkeit dieser Programme im deutschen Sprachraum überprüft. Material und Methode: Die Wirksamkeit dieser Programme wurde in einer längsschnittlich angelegten Studie mit drei Messzeitpunkten in einer Stichprobe von N = 16 Inhaftierten durch standardisierte Fragebogen pilothaft untersucht. Es interessierten primär Veränderungen bezüglich des Substanzgebrauchs und der Traumafolgesymptomatik, dann auch hinsichtlich sozial-interpersoneller, motivationaler, psychopathologischer und emotionsregulatorischer Merkmale. Weiter wurde die Zufriedenheit mit der Behandlung erfasst. Darüber hinaus wurden die Strafregisterauszüge derjenigen Frauen eingeholt, die zum Zeitpunkt der Studie aus der Haft entlassen waren, um deren Rückfälligkeit einzuschätzen. Ergebnisse: Es zeigten sich keine Verbesserungen hinsichtlich der proximalen Outcome-Variablen. Hinsichtlich der Rückfälligkeit, also der distalen Outcome-Variable, fand sich, dass keine der schon entlassenen Studienteilnehmerinnen rückfällig geworden war. Dies bezog sich auf sechs Studienteilnehmerinnen und diese waren durchschnittlich seit 14,3 Monaten entlassen (SD = 10.63, Min – Max: 3 – 31 Monate). Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser Pilotstudie sind ernüchternd, doch vorbehaltlich methodischer Einschränkungen. Es werden weiterführende Studien mit optimalerem Studiendesign benötigt.

Pilot Trial on the Effectiveness of two Group Therapy Programmes for Female Prisoners: »Helping Women to Recover« and »Beyond Trauma«

Background: »Helping Women to Recover« and »Beyond Trauma« are two group therapy programs specifically developed for female prisoners, who are diagnosed with both a substance abuse disorder and posttraumatic stress disorder. These disorders frequently cooccur and are associated with delinquency. In the current study the efficacy of these programs was tested for the first time in a Germanspeaking country. Material and methods: This pilot study was set up longitudinally with three assessment points in16 female prisoners. Self-report measurements were used in order to assess changes in substance use, trauma dependent symptoms, psychopathology, social-interpersonal factors, emotion regulation, and motivational strengths. A questionnaire was used to evaluate satisfaction with both programs. Criminal records of those women released from prison at the time of study were used for an estimation of recidivism. Results: There were no improvements regarding the proximal outcome variables; regarding distal outcomes, namely reconviction rates, there were no reported crimes since release from prison. However, this only includes six participants with a mean time of 14,3 months since discharge (SD = 10.63, Min-Max: 3 – 31 months). Conclusion: The results of this pilot study are disappointing, though possibly subject to methodological artefacts. Further studies with improved study designs are needed to demonstrate the effectiveness of these programmes in German speaking countries.

Stichworte

inhaftierte Frauen,

, Helping Women to Recover, Beyond Trauma,, Gruppentherapieprogramme, Beyond Trauma, female prisoners, group therapy program


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