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2018: Ausgabe 2/2018

Heft 2 beginnt mit einem Aufsatz von Feißt zum gesellschaftlichen Umgang mit Gefährlichkeit aus soziologischer Perspektive. Der Artikel identifiziert Gefährlichkeit als eines der zentralen Konzepte des Maßregelvollzugs und geht besonders auf dessen Zeitdimension ein.

Der zweite Beitrag von Rosemann zeigt rechtspolitische Forderungen und versorgungspolitische Perspektiven zur Weiterentwicklung der psychiatrischen Maßregel auf. Die Gesetzesnovellierung aus dem Jahr 2016 habe Fragen nach dem Verhältnis von Gemeindepsychiatrie und Maßregelvollzug aufgeworfen. Bedeutsam sei dabei die Verhältnismäßigkeit der Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Braun beschäftigt sich in seinem Aufsatz mit dem neuen hessischen PsychKHG und stellt die Frage, ob es sich dabei um ein modernes Hilfe- und Unterbringungsgesetz handelt. Das HessPsychKG ist am 1.9.2017 in Kraft getreten und soll nach seiner Präambel Personen mit psychischen Störungen möglichst individuelle Hilfsangebote unterbreiten, wobei ausdrücklich die UN-Behindertenkonvention und die Interessen der entsprechenden Personen zu berücksichtigen sind.

Der letzte Beitrag von Bulla/Klinger/Hoffmann/Ross stellt eine Studie zu Migranten in der Entziehungsanstalt (§ 64 StGB) vor, die sich mit Herkunftsregionen, Diagnosen und Delikten auseinandersetzt. Hierzu wurden Probanden der forensischen Basisdokumentation Baden-Württemberg mit Migrationshintergrund Untergruppen zugewiesen und mit der Bevölkerungsstatistik verglichen.

Das Inhaltsverzeichnis, das Editorial, Buchbesprechungen und zahlreiche Dokumente aus der Rechtsprechung finden Sie kostenlos zum Download.

Zum gesellschaftlichen Umgang mit Gefährlichkeit

Eine soziologische Perspektive

Martin Feißt

Zusammenfassung

Der gesellschaftliche Umgang mit psychisch kranken Rechtsbrechern umfasst sowohl abstrakte Konzepte, Werte und Normen als auch deren praktische Umsetzung. Der Artikel identifiziert Gefährlichkeit als eines der zentralen Konzepte des Maßregelvollzugs und geht besonders auf dessen Zeitdimension ein. Gefährlichkeit stellt begrifflich wie konzeptionell eine (nicht alternativlose) Lösung des Problems dar, wie mit einer unsicheren Zukunft umgegangen werden kann. Diese Lösung erzeugt jedoch weitere Folgeprobleme. Entsprechend wird die Überlegung angestellt, den Begriff der Gefährlichkeit zugunsten eines neutraleren Begriffs aufzugeben.

On how society deals with dangerousness A sociological perspective

The way society deals with mentally ill offenders includes both abstract concepts, values and norms as well as their practical implementation. This article identifies dangerousness as a central concept in the German »Maßregelvollzug« (hospital orders in forensic mental health care) and focusses on its time dimension. The term and concept of dangerousness appears to be a solution to the problem of dealing with an uncertain future. This solution, however, is not without alternatives and creates further problems. Therefore it is suggested to replace the term dangerousness with a more neutral term.

Stichworte

forensic psychiatry, Forensische Psychiatrie, dangerousness, Gefährlichkeit,

, Soziologie, Niklas Luhmann, sociology


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