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Michael Lindemann, Bielefeld (verantwortlich); Martin Zinkler, Heidenheim (verantwortlich); Uwe Dönisch-Seidel, Kleve; Heinfried Duncker, Moringen; Tanja Henking, Stuhr/Würzburg; Heinz Kammeier, Münster; Norbert Konrad, Berlin; Wolfgang Lesting, Oldenburg; Rolf Marschner, München; Friedemann Pfäfflin, Ulm; Martin Rettenberger, Wiesbaden; Dorothea Rzepka, Bielefeld/Darmstadt; Norbert Schalast, Essen; Anja Schiemann, Euskirchen; Herbert Steinböck, Haar

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Impact-Faktor 2017: 0,481

2018: Ausgabe 3/2018

Heft 3 ist ein Schwerpunktheft zu Prognosegutachten. Es beginnt mit einem Aufsatz von dem Juristen Boetticher, der sich darin für die Fortschreibung der Mindestanforderungen für Prognosegutachten ausspricht.

Im zweiten Beitrag formulieren die Psychiater Müller und Saimeh die Herausforderungen an und die Gründe für ein Update der Mindestanforderungen für Prognosegutachten. Insbesondere schlagen die Autoren Ergänzungen vor.

Rettenberger/Brettel/Retz/Eher beschäftigen sich im dritten Beitrag mit der Frage, ob aus methodologischer Sicht der forensischen Wissenschaften eine Fortführung der Diskussion um Mindestanforderungen für Prognosegutachten angezeigt ist oder die aktuell vorliegenden Maßnahmen zur Qualitätssicherung (immer noch) ausreichen.

In einem weiteren Beitrag von Brettel/Rettenberger/Berz mit dem Titel „Prognosebegutachtung als Einzelfallbetrachtung“ geht es um den Bezug zum individuellen Beurteilungsfall bei der kriminalprognostischen Begutachtung.

Dudeck und Franke beschäftigen sich in ihrem anschließenden Aufsatz mit dem Stellenwert und der Bewertung von Anpassungsleistung, therapeutischer Beziehung und Stationsklima in Prognosegutachten.

Der Beitrag von Brettel/Höffler/Rettenberger/Berz behandelt den in den letzten Jahren gestiegenen Qualifizierungsbedarf in der Kriminalprognostik, der insbesondere auf die Ausweitung der gesetzlichen Verpflichtungen zur Einholung von Prognosegutachten zurückgeht.

Burghardt stellt in seinem Aufsatz Überlegungen zu den Mindestanforderungen für Prognosegutachten aus Sicht eines Leiters einer Justizvollzugsanstalt an.

Es schließt sich ein Kommentar von Nedopil an, der darlegt, warum eine Überarbeitung der Mindestanforderungen für Prognosegutachten zwingend erforderlich ist. Argumente dafür werden aus juristischer sowie aus forensisch psychiatrischer bzw. interdisziplinärer Sicht vorgetragen.

Der letzte Beitrag und Kommentar von Steller zum Urteil des AG Bautzen vom 26.10.2017 (42 Ds 610 Js 411/15jug) gibt einen Überblick über Nutzung und Ergebnis eines Polygraphentestverfahrens vor Gericht.

Das Inhaltsverzeichnis, das Editorial, Buchbesprechungen und zahlreiche Dokumente aus der Rechtsprechung finden Sie kostenlos zum Download.

Zu Qualifikationsanforderungen in der Kriminalprognostik

Hauke Brettel, Katrin Höffler, Martin Rettenberger, Wolfgang Retz

Zusammenfassung

Der vorliegende Beitrag behandelt den in den letzten Jahren gestiegenen Qualifizierungsbedarf in der Kriminalprognostik, der insbesondere auf die Ausweitung der gesetzlichen Verpflichtung zur Einholung von Prognosegutachten zurückgeht. Diskutiert wird, wie der gestiegene Gutachtenbedarf ohne Qualitätseinbußen befriedigt werden kann. Nach dem Hinweis auf das Erfordernis einer besonderen Sachkunde von Prognosesachverständigen werden Prognosebezüge und Zuständigkeiten einzelner Fachdisziplinen behandelt. Daraus wird abgeleitet, dass die benötigte Prognosesachkunde im Wesentlichen durch Zusatzqualifizierungen statt in grundständigen Studiengängen erworben wird und die kriminalprognostische Begutachtung auf eine Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachdisziplinen angewiesen ist. Die Bemühungen um eine solche Zusammenarbeit in der Begutachtungspraxis und bei der Aus- bzw. Fortbildung sowie dem Qualitätsmanagement sollten deshalb intensiviert werden.

Qualification requirements in criminal prognosis

This article deals with the increasing need for professional qualification in risk assessment in recent years arising mainly from the increasing legal obligation to obtain reports on criminal prognosis. It is discussed how the growing demand for expert opinions can be met without compromising quality. The authors outline the role of experts with specialised knowledge in risk assessment in relation to risk assessment references and responsibilities of the various disciplines. Risk assessment expertise is essentially acquired through additional qualifications instead of undergraduate courses. Working out a criminal prognosis depends on the cooperation of different specialist disciplines. Efforts to achieve such cooperation in peer review practice, training and quality management should therefore be intensified.

Stichworte

Risk assessment, Kriminalprognose, criminal prognosis, Qualifikationsanforderungen, Zuständigkeiten, qualification requirements, interdisciplinarity


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