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Impact-Faktor 2017: 0,481

2019: Ausgabe 1/19

Der erste Beitrag des ersten Hefts im neuen Jahr beschäftigt sich mit forensischen Patienten gem. § 64 StGB, die wegen nicht substanzbezogener psychiatrischer Hauptdiagnosen behandelt werden und lediglich eine sekundäre Suchtproblematik aufweisen. Von Specht/Ross/Bulla/Hoffmann/Querengässer ziehen einen Vergleich dieser Patenten mit primär alkohol- bzw. drogenassoziiert Diagnostizierten anhand soziodemografischer, klinischer, rechtspraktischer und Therapieerfolgsmerkmalen.

Im zweiten Aufsatz stellt Feil eine empirische Untersuchung zu behandlungsrelevanten Unterschieden in der Persönlichkeitsorganisation von Straftätern mit Sexualdelinquenz gegen Mädchen vor. Feil bildete hierfür zwei spezifische Untersuchungsgruppen, nämlich die von ausschließlichen Nutzern von Missbrauchsabbildungen und ausschließlichen sexuellen Kindesmissbrauchern, deren Opfer jeweils Mädchen waren. Es ergaben sich neue, klinisch relevante Erkenntnisse.

Im nächsten Beitrag stellen Bock/Sander/Franke/Linsig/Rudel/Schulz/Vahovic/Heumann die Frage, was die Seele im Knast macht. Sie stellen eine Evaluation der trialogischen Fortbildung zum Thema psychische Gesundheit und Krankheit für werdende Justizvollzugsbeamten vor. Denn die Vorbereitung der Vollzugsbeamte gilt für diesen Bereich als unzureichend.

Im letzten Aufsatz erörtert Eisenberg anhand von zwei erstinstanzlichen Verfahren vor Oberlandesgerichten die aussagepsychologischen Untersuchungen bei außergewöhnlichen Geständnissen. Bestehen Zweifel am Wahrheitsgehalt eines Geständnisses, so kann eine aussagepsychologische Untersuchung zur Aufklärung auch dann beitragen, wenn zugleich Zweifel daran bestehen, ob die Vernehmung lege artis durchgeführt wurden. Quelle einer solchen aussagepsychologischen Untersuchung ist dann in erster Linie nicht die Persönlichkeit des Beschuldigten, sondern das vorhandene Aussagematerial.

Das Inhaltsverzeichnis, das Editorial, Buchbesprechungen und zahlreiche Dokumente aus der Rechtsprechung finden Sie kostenlos zum Download.

Behandlungsrelevante Unterschiede in der Persönlichkeitsorganisation von Straftätern mit Sexualdelinquenz gegen Mädchen

Eine empirische Untersuchung

Markus G. Feil

Zusammenfassung

Die Persönlichkeitsorganisation nach Kernberg wurde als differenzieller Faktor für Sexualdelinquenz gegen Kinder empirisch untersucht. Anders als in der bisherigen Forschung wurden dafür zwei spezifische Untersuchungsgruppen gebildet, nämlich die von ausschließlichen Nutzern von Missbrauchsabbildungen und ausschließlichen sexuellen Kindesmissbrauchern, deren Opfer jeweils Mädchen waren. Beide Tätergruppen waren als pädophil diagnostiziert, sie durften nicht durch weitere, gravierende Kriminalität oder Gewalttätigkeit aufgefallen sein. Es ergaben sich neue, klinisch relevante Erkenntnisse über die bislang wenig beforschte Gruppe der ausschließlichen Nutzer von Missbrauchsabbildungen und die psychoanalytischen Theorien der Sexualdelinquenz. Zwar konnten keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Persönlichkeitsorganisation zwischen den Untersuchungsgruppen nachgewiesen werden. Jedoch erwies sich Persönlichkeitsorganisation als therapeutisch wie behandlungsprognostisch hochrelevante Operationalisierung der »Ansprechbarkeit « des RNR-Prinzips.

Sexual delinquency against girls and personality organization – an empirical study

This empirical study looked at Kernberg’s concept of personality organization as one differential factor in sexual delinquency involving children. In contrast to other studies, there were two specific experimental groups. One group included users of child pornography only, the other one consisted of hands-on child molesters who offended against girls only. Both groups had received a diagnosis of pedophilia but had no record of non-sexual violence or other felonies. Results indicated new significant insights about the group of child pornography users, which has not been widely studied, and about psychoanalytic theory of sexual delinquency. Statistically, personality organization didn’t turn out as a differential factor between the experimental groups. However, personality organization turned out to represent a highly relevant key aspect of responsivity of the RNR principle.

Stichworte

Pädophilie, Sexueller Kindesmissbrauch, Persönlichkeitsorganisation, Pedophilia, Kinderpornografie, Ansprechbarkeit, child pornography, sexual abuse, personality, organization, treatment reponse


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