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2004: Ausgabe 1/2004

Zehn Jahre Vollziehung des österreichischen Unterbringungsgesetzes

Rudolf Forster und Harald Kinzl

Zusammenfassung

Der Artikel beschreibt und kommentiert ausgewählte Bereiche der Vollziehung des österreichischen Unterbringungsgesetzes (UbG) in dessen ersten zehn Geltungsjahren. Nach einem kurzen Überblick über die Regelungsinhalte des UbG und über den organisatorisch-institutionellen Rahmen der Vollziehung werden Unterbringungshäufigkeiten, Zuweisungsprozesse und gerichtliche Kontrollen auf der Grundlage administrativ-statistischer Daten untersucht. Die wesentlichsten Ergebnisse sind eine Verdoppelung der Unterbringungshäufigkeit im Untersuchungszeitraum bei ebenfalls stark ansteigenden freiwilligen Aufnahmen in psychiatrischen Einrichtungen, eine im europäischen Vergleich sehr hohe bevölkerungsbezogene Unterbringungsrate, eine Zunahme sehr kurzer Unterbringungen, bei denen es nicht zu einer gerichtlichen Kontrolle kommt und eine deutliche Abnahme der gerichtlich verfügten Aufhebungen von Unterbringungen in den letzten Jahren. Fast durchwegs zeigt sich eine bemerkenswert hohe Variation zwischen den psychiatrischen Versorgungsregionen. Die meisten Entwicklungen widersprechen der Intention des Gesetzgebers. Zur Erklärung dieser Trends, die mit Entwicklungen in anderen Ländern übereinstimmen, werden verschiedene mögliche Hypothesen aufgezeigt, die allerdings mit den vorhandenen Daten keiner empirischen Überprüfung unterzogen werden können.

Ten years of enforcement of Austrian civil commitment law The aim of this article is to delineate and comment selected fields of the enforcement of Austrian civil commitment law over the course of the first decade of implementation. Following a short description of its regulations and the institutional background of the execution, frequencies of involuntary commitments, assignment and admission procedures and court proceedings are analysed using administrative-statistical data. The present article demonstrates that involuntary commitments doubled with a simultaneous increase of the number of voluntary in-patients in psychiatric hospitals, compared with other European countries a high rate of involuntary commitments, an increase of short holds, where no judicial reviews are held, and a marked reduction of the portion of patients who have their petitions for release granted by court. Concerning the most parts of law enforcement a remarkable high regional variation can be shown. Most of the developments are against the intentions of the legislator. In order to explain these trends, which are similar to other countries, some possible hypotheses are suggested. Due to the lack of data no empirical examination of these hypotheses is possible.

Stichworte

Unterbringungsrecht, Österreich, Unterbringungspraxis, Patientenvertretung, Civil commitment,, psychiatric commitment law, Austria, reality of involuntary admissions, patient representation


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