Recht und Psychiatrie

Erscheinungsweise:
4 Ausgaben jährlich,
PRINT jeweils zur Quartalsmitte,
ONLINE ca. drei Wochen vor Erscheinen

Redaktion:
Michael Lindemann, Bielefeld (verantwortlich); Martin Zinkler, Heidenheim (verantwortlich); Alexander Baur, Hamburg; Uwe Dönisch-Seidel, Kleve; Heinfried Duncker, Moringen; Tanja Henking, Stuhr/Würzburg; Heinz Kammeier, Münster; Norbert Konrad, Berlin; Wolfgang Lesting, Oldenburg; Rolf Marschner, München; Friedemann Pfäfflin, Ulm; Martin Rettenberger, Wiesbaden; Dorothea Rzepka, Bielefeld/Darmstadt; Norbert Schalast, Essen; Anja Schiemann, Euskirchen; Herbert Steinböck, Haar

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Marina Broll
An der Panne 15
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Tel.: (0231) 15 05 460
E-Mail: marina.broll(at)gmx.de

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2019: Ausgabe 2/19

Der erste Beitrag von Zabel widmet sich Rechtsfragen bei der Umsetzung der stationsäquivalenten psychiatrischen Behandlung nach § 115d SGB V. Der Gesetzgeber regelte im Jahr 2017 mit dem PsychVVG die Behandlung psychisch Erkrankter in geeigneten Fällen und unter Rückgriff auf die Krankenhausressourcen im häuslichen Umfeld, auch wenn sie eigentlich einer vollstationären psychiatrischen Krankenhausbehandlung bedürfen.

Im zweiten Aufsatz beschäftigen sich Querengässer/Jörges/Schiffer mit der zunehmenden Zahl von Verhältnismäßigkeitserledigungen aus Unterbringungen gem. § 63 StGB im Zuge der Novelle des Unterbringungsrechts. Gegenstand der Untersuchung ist die Novellierung des § 67d StGB, die die Autoren als Herausforderung für Sozialarbeit und Psychotherapie im Maßregelvollzug verstehen.

Im nächsten Beitrag stellen Pniewski/König/Elser die Entwicklungen junger Menschen im Maßregelvollzug vor, indem sie empirische Ergebnisse zu Veränderungsprozessen im Behandlungsverlauf präsentieren. Die Studie stellt Entwicklungen von insgesamt 16 jugendlichen und heranwachsenden Patienten der Jugendforensik der LVR-Klinik Viersen auf Einzelfallebene dar. Die Ergebnisse legen nahe, dass junge Menschen von der Behandlung im Maßregelvollzug profizieren können.

Konrad/Huchzermeier gehen in ihrem Beitrag der Frage nach, ob sich durch die Fortführung von ICD-10 in ICD-11 die forensisch-psychiatrische Begutachtung im Strafrecht geändert hat. Die Autoren sind der Auffassung, dass die Fortführung der Zuordnung der zu beobachtenden Zustandsbilder deskriptiv anhand einer Symptomliste durch ICD-11 auf Dauer nicht befriedigen kann.

Im letzten Aufsatz von Eher/Rettenberger/Etzler/Eberhaut/Mokros wird das neue Fünf-Kategorien-Modell für die Risikoeinschätzung von Straftätern vorgestellt und empfohlen.

Das Inhaltsverzeichnis, das Editorial, Buchbesprechungen und zahlreiche Dokumente aus der Rechtsprechung finden Sie in Kürze hier kostenlos zum Download.

ICD-11: Ändert sich die forensisch-psychiatrische Begutachtung im Strafrecht?

Norbert Konrad, Christian Huchzermeier

Zusammenfassung

Die Diskussion über die Entstehung und soziale Bedeutsamkeit psychisch abweichenden Verhaltens war mit der Erarbeitung von ICD-10 und DSM-5 lange nicht abgeschlossen. Das eigentlich wünschenswerte Bemühen, international eine Verständigungsbasis zu finden, hat dazu geführt, dass man sich auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner einigte, der – unter Verzicht auf eine nosologische Einteilung – die zu beobachtenden Zustandsbilder deskriptiv anhand einer Symptomliste zuordnet. Das kann auf die Dauer nicht befriedigen, wurde aber in der im Juni 2018 online publizierten ICD-11 fortgeführt. Jedes Rechtsgebiet verfügt über einen eigenen Krankheitsbegriff, der auf den Zweck der jeweiligen Bestimmungen ausgerichtet ist. Wie psychische Störungen Freiheit und Verantwortlichkeit im Strafrechtskontext beeinträchtigen, bleibt unklar. Für die psychologisch-psychiatrische Begutachtungspraxis erscheint immer noch ein strukturell-sozialer Krankheitsbegriff am besten geeignet: Die Zuerkennung von Krankheit, die Auswirkung auf die Schuldfähigkeit haben kann, hängt davon ab, ob der zu beurteilende Zustand die Struktur von »Krankheit« hat und ob er die allgemeine soziale Kompetenz der Persönlichkeit beeinträchtigt. Dieser Krankheitsbegriff wird in erster Linie an dem Ausmaß einer entindividualisierenden, typisierenden Umprägung eines Menschen gemessen. In diese Denkrichtung hat sich in den letzten Jahren auch die Allgemeinpsychiatrie im Rahmen der Differenzierungsbemühungen bei der stoffgebundenen und nichtstoffgebundenen Abhängigkeit bewegt.

ICD-11: Will expert reports change in the context of penal law? ICD-10 and the DSM-5 did not end the discussion on the social meaning of mental illness and deviant behaviour. The efforts to reach a common international understanding of psychiatric disorders led to an agreement on a low common denominator: a nosologic classification was dispensed with and diagnoses were solely based on lists of symptoms and observable conditions. Although not satisfactory in the long run, this was updated by the ICD-11 published online in June 2018. Different branches of law hold distinctive concepts of mental illness adjusted to the objectives of the respective legal terms. In the context of criminal law, the way mental disorders may affect legal capacity and accountability is a core issue. The social-structural concept of illness by Wilfried Rasch still seems to be best suited to guide psychiatric or psychological expert opinions in court proceedings. According to this concept, to qualify a person’s state as a condition of illness would require a general impairment of the person’s social functioning at the time of the offence. The assessment would focus on the degree of de-individualization induced by the process of illness, exerting a formative influence on the individual’s personality. Regarding substance-related and substance-unrelated addiction, psychiatry recently seems to have converged this perspective.

Stichworte

forensic psychiatry, Forensische Psychiatrie, mental disorder, expert witness, Begutachtung, Krankheitsbegriff, mental illness, psychische Störung


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