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49. Jahrgang: Ausgabe 1

Gewalt – alte und neue Herausforderungen für die Psychiatrie

Was mit »Gewalt« im psychiatrischen Kontext gemeint ist, das scheint auf den ersten Blick klar zu sein. Und kein kritischer Blick auf Psychiatrie kommt an diesem Thema vorbei. Schnell zeigt sich aber, dass ganz Unterschiedliches gemeint ist. Je nach Provenienz stellt Gewalt ein bestimmendes, notwendiges oder verzichtbares Element der psychiatrischen Versorgung dar – mit jeweils eigenem Gewaltverständnis. Ein Schwerpunktheft zu einem Phänomen, das sich einem einfachen Zugriff entzieht, u.a. mit diesen Themen:

  • Gewaltrisiko, psychische Krankheit und Stigma ;
  • Nimmt Gewalt gegen Mitarbeitende im Gesundheitswesen zu? (Gratisartikel);
  • Behandlung von Gewalterfahrungen;
  • Strategien zur Vermeidung von Zwang;
  • Psychische Erkrankung, Gewalt und Geschlecht.
  • Gratisartikel in diesem Heft: »Nimmt Gewalt gegen Mitarbeitende im Gesundheitswesen zu? « von Dirk Richter..

    Dies und vieles mehr in der neuen Ausgabe der Sozialpsychiatrischen Informationen.

    Nach wie vor gibt es übrigens die Test-Abo-Aktion für alle Zeitschriften des Psychiatrie Verlages

    Der Preis einer gewaltfreien Psychiatrie

    Tilman Steinert

    Zusammenfassung

    Zusammenfassung Eine »gewaltfreie Psychiatrie« ist für Patienten und in psychiatrischen Einrichtungen Beschäftigte in hohem Maße wünschenswert. Die vollständige Umsetzung kollidiert aber mit der öffentlich-rechtlichen Verpflichtung psychiatrischer Klinken, Patienten auch gegen ihren Willen aufzunehmen, wenn sie aufgrund ihrer Erkrankung sich selbst oder andere gefährden. Die konsequente Umsetzung der von Aktivisten unter Bezugnahme auf die Menschenrechte vorgebrachten psychiatriekritischen Forderungen hätte für viele Betroffene Verelendung und Kriminalisierung zur Folge. Das Beispiel der USA zeigt, dass Gewalt dann zwar nicht unbedingt in der Psychiatrie, aber in anderer Form stattfindet. Anzustreben ist dagegen eine weitest mögliche Reduzierung von Gewalt und Zwang, wofür die S3-Leitlinie zur Verhinderung von Zwang einen guten Handlungsrahmen bietet.

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